Waehrend ich die Maerkte Lilongwes erkundigte, holte Dennis Steffi vom Flughafen ab. Den folgenden Tag verbrachten wir in Lilongwe und stellten unsere Raeder bei CARE unter. Mit kleinem Gepaeck ging es dann los zur Busstation. Dort stiegen wir in einen der Busse Richtung Salima in erbaermlichen Zustand und fuhren erst nach ca. 1h los, als der Bus voll war. D.h. als auch die Bewegungsfreiheit des letzten Passagiers mittels Gepaeck und anderen Passagieren auf ein Minimum begrenzt war. Das erinnert einen an die "Wetten dass...?"-Wetten wo moeglichst viele Leute in ein Auto oder eine Telefonzelle gequetscht werden. Ein Pickup brachte uns dann nach Senga Bay, wo wir die letzten 4km zum Carolina Lake Resort zu Fuss tigerten. Dort blieben wir 2 Tage und genossen den See, unzaehlige Mangos und nicht zuletzt, das Nichtstun. Sonntags besuchte ich den Gottesdienst und landete in einer "Wiedergeborene Christen"-Kirche. Der dauerte dann 3 Stunden und war mit 3 Prdigten in Chechewa und Englisch sehr kraeftezehrend. In Senga Bay trennten sich unsere Wege, so fuhren Dennis und Steffi am Dienstagmorgen 5 Uhr mit dem Taxi nach Lilongwe auf eine 4-Tage-Safari nach Sambia, wo sie viele Tiere sahen. Ich schaute mich noch etwas in Senga Bay um und fuhr von Salima mit dem Bus nach Nkhotakota um dort am gleichen Tag die Faehre "Ilala" zu erwischen. In Nkhotakota angekommen fragte ich unzaehlige Leute nach dem Landeounkt des Bootes und wann sie ankommt. Ich bekam unzaehlige verschiedene Antworten. Ein netter Kerl brachte mich dann an die "Anlegestelle" (Strand) wo ich von 15-18Uhr vergeblich wartete. Dabei lernte ich viele Kinder kennen, die dort am Wasser spielten. Zu mir gesellte sich dann spaeter auch ein zwilichtiger Kerl namens "King", der unbedingt wollte dass ich bei ihm zu Hause auf die Faehre warte, denn er habe angeblich die Handynummer vom Kapitaen. Spaeter wollte er mir noch einreden, dass ich um zur Faehre zu kommen unbedingt sein Boot fuer 3 Euro heuern soll, denn die Ilala kann am Strand nicht anlegen und holt deshalb die Passagiere mit dem Rettungsboot ab. Ich hoerte auf mein Gefuehl und liess mich nicht auf ihn ein. Als es dunkel wurde lud mich dann Aggrey der dort einen kleinen Laden besas zum Essen ein und bot mir an vor seinem Geschaeft zu campen. Wenn das Boot kommt wuerde er mich wecken. Als es am naechsten Morgen dann immernoch nicht da war, verschoben sich Aggreys Prognosen immerweiter nach hinten. So wartete ich z. T. Siddharta lesend im Schatten des Baumes vor Aggreys Shop. Die Stunden vergingen immer langsamer und auch der Reisefuehrer, den ich Mal um Mal waelzte, bot kaum Ablenkung. Bei Aggrey ass ich noch mit zu Mittag, Abend und 10 Mangos. Mehrere Male gab es Fehlalarme, das Schiff sei gesichtet worden. Um 21 Uhr war es dann so weit. Mit roten und gruenen Positionslampen kuendigte sich die Ilala am dunklen Horizont an. Als wir dann zum Strand gingen war ploetzlich auch wieder "King" - die Ratte wieder da um mir sein Boot anzudrehen. Aggrey hatte mich uebrigens vor ihm gewarnt. Dabei kann man locker zum Rettungsboot im Wasser laufen, das einen dann an Bord bringt. In dieser Atmosphaere einer Republikflucht aus der DDR bei Nacht (und Nebel) trat noch eine weitere zwilichtige Gestalt an meine Seite, die mir in gefluestertem Englisch anbot meine Sachen zu tragen. Jch nehme an, das King dahintersteckte. Schliesslich bin ich dann wie alle anderen auch in das Knietiefe wasser gelaufen und wurde bei absoluterdunkelheit, die nur durch das Licht meiner Taschenlampe und den Scheinwerfer der Ilala durchbrochen wurde, mit dem Rettungsboot an Bord gebracht. Dort kaufte ich ein Ticket der niedrigsten Klasse und baute auf dem Bug mein Zelt auf. Dieses musste ich kurze Zeit spaeter nochmal umparken, da das Rettungsboot wieder eingeholt wurde. Am naechsten Morgen lernte ich Sonja von Aerzte ohne Grenzen kennen, sie macht gerade Urlaub und hat auf dem Oberdeck gezeltet. Dort hielt ich mich auch auf bis ich aufgefordert wurde es zu verlassen, da ich ja dritte Klasse bezahlt hatte.
Als wir Passagiere aus Chipoka mit dem Rettungsboot aufnahmen, beobachtete ich die Matrosen beim einholen desselben. Dabei sah ich wie ein Wasserstrahl aus der Unterseite sprudelte und wies die Matrosen darauf hin. Diesen war aber wohl bewusst, dass ihr Rettungsboot(!) leckt und wahrscheinlich nicht das ewige Leben im Einsatz hat. Die Ilala brachte uns trotzdem alle gut an Land, wo schon ein Grenzbeamter darauf wartete unsere Paesse vorerst zu kassieren und sie nach mistrauischem durwaelzen wieder freizugeben. Dazu muss man wissen, dass das Boot auch in Mosambik anlegt. Da Sonia auch ein Paar Tage am Cape Maclear verbringen wollte, nahmen wir zusammen einen Pickup durch die Berge zum Paradies. Dort entschieen wir uns fuer den selben Zeltplatz und verbrachten die naehsten Tage gemeinsam. Sonia ist uebrigens Krankenschwester und hat schon 10 Jahre in Kolumbien fuer eine [[NGO]] gearbeitet. Jetzt ist sie fuer ein Jahr in Malawi, eigentlich kommt sie aus Spanien. Am folgenden Tag besuchten wir die Missionarsgraeber und verbrachten den Nachmittag lesend am Strand. Spaeter bekam ich Kopfschmerzen und Fieber, weshalb wir den Arzt aufsuchten. Zum Glueck war das irische Volunteer-Center nicht weit entfernt und ich wurde dann auf Grundlage eines Malariaverdachtes behandelt. Am Abend war ich wieder Topfit und gut gelaunt. Sonia brachte mir bei wie man Bao spielt, das ist hier der Hit unter den Einheimischen. In der Nacht kam das Fieber wieder und unzaehlige Durchfaelle riefen mich aufs Klo. Voellig entkraeftet sind wir am naechsten Tag wieder zum Arzt und ich bekam Tabletten, von denen es nach 2 Tagen Toastbrotdiaet und viel Fluessigkeit wieder besser wurde. Von den Kosten der Behandlung, haette ich uebrigens in Deutschland noch nichteinmal die Praxisgebuehr bezahlen koennen. Gluecklicherweise wurde Sonia am gleichen Tag abgeholt, an dem ich auch abreisen wollste und so wurde ich bis 100km vor Lilongwe (Salima) mitgenommen. Von dortaus fuhr ich mit dem Bus nach Lilongwe und sah Steffi und Dennis wieder, die auch viel von ihrer Safari zu erzaehlen hatten. Am Montag wurden wir von CARE-Mitarbeitern abgeholt, die uns eines ihrer Projekte zeigten. Eigentlich rufen wir ja fuer das Brunnenbauprojekt zu Spenden auf, das hier gerade in der Trockenzeit vielen Doerfern lebenswichtiges Trinkwasser zur verfuegung stellt. Doch dieses Projekt ist so gut wie abgeschlossen, trotzdem benoetigt man dann nur noch viel Geld fuer die Wartung. Deshalb haben sie uns ein Projekt gezeigt, bei dem Frauen einen Damm bauen um Wasser zu stauen, welches dann fuer die Bewaesserung der Felder eingesetzt wird. Dadurch verdoppelt sich der Ertrag und die Doerfer koennen auch fuer den Verkauf, und nicht nur fuer den Eigenbedarf, produzieren, denn sonst wuerden die Felder in der trockenzeit brach liegen. Vom Erloes koennen Duenger und andere Sachen gekauft werden, die zur Entwicklung des Dorfes wichtig sind. CARE hat auch den Dorfbewohner gezeigt, wie man ich in Gruppen organisiert um z. B. eine Bank zu bilden oder die Familien, die von HIV betroffen sind, zu unterstuetzen. Um diese Ideen in weitere Doerfer zu tragen bildet CARE auch Freiwillige aus, die dann in ihrer Heimat solche Gruppen organisieren. So bringt CARE ein ganzes Netzwerk in Schwung, was den Menschen hilft Fortschritte in der Ernaehrung, Gesundheit, Hygiene und im sozialen Zusammenleben zu machen. Das war wirklich beeindruckend! Die Raeder sind jetzt auch wieder in Schwung gebracht und gereinigt und gespannt auf die Weiterfahrt. weiter … |